DWD Unwetterwarnung

Quelle: www.dwd.de / Deutscher Wetterdienst

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Die Chronic der Freiwilligen Ortsfeuerwehr Leipzig - OST / Jahre ab 2011

Das Jahr 2011 hatte noch nicht mal richtig begonnen und sollte es dennoch bereits ein historisches Jahr für die Stadt Leipzig werden. Vom 08. bis 19. Januar 2011 war die Stadt Leipzig von einem Hochwasser bedroht, welches es seit ca. 50 Jahren nicht mehr gab. Die Großwetterlage hatte bereits in 2010 zu erheblichen Niederschlägen in der Region geführt. Hinzu kam der teils äußerst schneereiche Winter, welcher insbesonders zu Weihnachten 2010 massive Schneefälle mit sich brachte. Durch einsetzendes Tauwetter in der ersten Januarwoche 2011 und der daraus folgende intensive Schneeschmelze sowie starken Regen kam es zum Anstieg der Pegel von Weißer Elster, Pleiße und Parthe. Es wurde die Hochwasserstufe 3 erwartet.

       *Fotoaufnahmen freundlicherweise durch den Leipziger Feuerwehrverband e.V. / Chr. Hofmann zur Verfügung gestellt.

Am späten Abend des 08.01.2011 wurde unsere Feuerwehr zum Kieswerk Hirschfeld beordert. Zusammen mit ca. 100 Kräften wurden 10.000 Sandsäcke bis zu den Morgenstunden gefüllt. Ab den 09.01.2011 war unser ERKW über mehrere Tage bzgl. Kontrollfahrten an den Deichen im Einsatz. Am späten Abend des 09.01.2011 wurden wir zum Schlohbachshof gerufen. Da man bereits zur Entlastung der Deiche mit der Flutung des Leipziger Auenwaldes begonnen hatte, war eine Überflutung des Schlohbachshofes nicht vermeidbar. Daher wurde versucht die Gebäude mittels Sandsäcken zu schützen.

       *Fotoaufnahmen freundlicherweise durch den Leipziger Feuerwehrverband e.V. / Chr. Hofmann zur Verfügung gestellt.

Da es am 13.01.2011 erneut zu starken Niederschlägen kam begannen die Pegel der Flüße erneut zu steigen. In der Nacht zum 14.01.2011 meldete ein Deichläufer eine Absenkung am Luppedamm. Auf einer Länge von 75 Meter hatte sich der Deich um ca. 40 cm gesenkt. An dieser Einsatzstelle waren über 250 Kräfte aktiv, davon ca. 80 Soldaten der Bundeswehr und ca. 70 Polizisten der Bereitschaftspolizei. Ab den 16.01.2011 gingen die Pegel langsam zurück und die allgemeine Lage begann sich zu stabilisieren.



Hochwasser und Katastrophenalarm im Jahr 2013

Nachdem im Januar 2011 die Stadt Leipzig bereits mit einer Hochwasserlage zu kämpfen hatte, war man sich zu dem damaligen Zeitpunkt relativ sicher das so ein Ereignis die Stadt nicht so schnell wieder ereilen würde. Jedoch war die Stadt Leipzig bereits 2 Jahre später von einer Hochwasserlage betroffen, welche mehr Wasser als das Historische Hochwasser von 1954 mit sich führte.

Am 27./28.05.2013 zeichneten sich bereits anhand von Wettervorhersagen ergiebige Niederschläge für den Großraum Sachsen an. Anhand dieser Vorhersagen ließ sich bereits abschätzen dass es zu einer Hochwasserlage kommen könnte.
Ab Samstag den 01.06.2013 hatte gegen 11 Uhr die Technische Einsatzleitung ihre Tätigkeit aufgenommen und alle erforderlichen Vorbereitungen getroffen.

Da ab diesen Zeitpunkt eine hohe Anzahl von Sandsäcken benötigt wurde, wurde im Kieswerk Hirschfeld eine Füllstation eingerichtet. Somit ereilte unserer Ortsfeuerwehr am Samstag den 01.06.2013 zu 22:37 Uhr der erste Einsatz. Hierbei wurden wir in das Kieswerk zum Füllen von Sandsäcken alarmiert. Gegen 5 Uhr am darauf folgenden Morgen wurden wir durch weitere Kameraden abgelöst und konnten den Heimweg antreten.

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Da die Situation sich jedoch verschärfte hatte die Stadt Leipzig  am 02.06.2013 Katastrophenvoralarm ausgelöst.  Daraufhin wurde ein Erkundungszug gebildet wobei abermals unsere Ortsfeuerwehr zum Einsatz kam. Gegen 10:46 Uhr wurde unser Erkundungskraftwagen alarmiert um diverse Mess- und Kontrollstationen zu überwachen. Dieser Einsatz dauerte bis zum Abend des 06.06.2013 an. Dabei haben wir unsere Kräfte durch eigene Kameraden alle 12h ausgetauscht. Zur Unterstützung des Erkundungszuges wurde am 02.06.2013 zu 16:27 Uhr unser Messleitwagen alarmiert. Ebenso wurde am 02.06.2013 zu 19:32 Uhr wieder unser HLF zum Füllen von Sandsäcken in die Kiesgrube Hirschfeld alarmiert.
Dieser Einsatz endete am gegen 2 Uhr.

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Am Montag den 03.06.2013 wurde für die Stadt Leipzig Katastrophenalarm ausgelöst.

Man erwartete für die Nacht zum Dienstag auf dem Fluss „Weiße Elster“ einen Rekordpegelstand von bis zu 5,30 Meter. Derweil wurden wir abermals für mehrere Stunden in das Kieswerk zum Füllen von Sandsäcken alarmiert. Dieses geschah um 13:06 Uhr und 23:47 Uhr.  An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal für die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Leipziger Bürger bedanken, welche sich Selbstständig über soziale Netzwerke organisierten. Hunderte von freiwilligen Helfern unterstützen die Einsatzeinheiten beim füllen und verladen von Sandsäcken, welches eine große Entlastung für die Kameraden bedeutete.
Innerhalb einer Nacht konnten somit über 22.000 Sandsäcke gefüllt werden.

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Derweil spitze sich die Lage auf den Deich an der Brückenstraße zu. Auch hier waren hunderte freiwillige Helfer zusammen
mit den Einsatzkräften im Einsatz um den betroffenen Deich zu verteidigen. Daraufhin wurde unserer Wehr am 04.06.2013
zu 12:28 Uhr an den Deichabschnitt der Brückenstraße alarmiert um die Deichverteidigung mit Hilfe eines Hubschraubers der Bundeswehr zu unterstützen. Nur wenig später wurde unser Messleitwagen zu 15:43 Uhr für Kontrollfahren in das Leipziger Auenwaldgebiet alarmiert. Durch das öffnen des Nahle-Auslass-Wehres wurde dieser geflutet um für die Deiche eine Entlastung zu schaffen.

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Da sich in der Stadt mittlerweile hunderte von Bundeswehrsoldaten aufhielten, haben wir die Pionierkompanie 953 aus Marienberg in unserem Gerätehaus aufgenommen und für deren leibliches Wohl gesorgt. Dieses wurde sehr gerne angenommen und waren sehr glücklich über diese Gastfreundschaft.

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Während unsere Kameraden sich in den heimischen Betten von den Anstrengungen der letzten Tage erholten, ereilte uns am 05.06.2013 zu 05:33 Uhr eine Alarmierung zu einem Gefahrguteinsatz.  Auch bei diesem Einsatz waren somit unsere Kameraden für mehrere Stunden gebunden.  Da sich die Lage anfing zu entspannen wurde unser HLF zu keinen weiteren Hochwassereinsatz mehr gerufen. Lediglich der Erkundungskraftwagen war weiterhin im Einsatzgeschehen gebunden.
Am 06.06.2013 wurde der Katastrophenalarm für die Stadt Leipzig aufgehoben.Dennoch wurden die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr bis einschließlich Freitag in Dauerbereitschaft versetzt. Jedoch konnte auch diese Bereitschaft im Laufe des 07.06.2013 aufgehoben werden.

Die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehren wurde somit wieder hergestellt und diese in die tägliche Gefahrenabwehr der Stadt Leipzig integriert.

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